1. Nachhaltiger Weihnachtsmarkt im Park Schloss Schönhausen

Was lag näher als ein Weihnachtsmarkt vor dem Schloss? Trotzdem braucht es bei der Vielzahl von Weihnachtsmärkten immer noch mal einen kräftigen Impuls und eine gehörige Portion Engagement, damit aus dem Wunsch Realität wird.

Am Wochenende vom 31.11. zum 1.12. war es so weit: Der Bezirk Pankow richtete den ersten Weihnachtsmarkt im Schlosspark aus und stellte ihn unter das ehrgeizige Ziel der Nachhaltigkeit. Das Ergebnis war ein relativ kleiner, aber dadurch auch sehr ruhiger und unaufgeregter, beinahe schon familiärer Markt, der von den Pankowern sensationell gut angenommen wurde. Gerade der Verzicht auf den üblichen "Rummel" schuf eine ganz besondere vorweihnachtliche Atmosphäre.

Nun bleibt zu hoffen, dass es nicht bei diesem einen Mal bleiben wird!




Predigt im Berliner Dom

Am 10. November 2019, anlässlich des 30. Jahrestags des Mauerfalls, hat unser Vereinsmitglied Dr. Werner Krätschell die Predigt im Berliner Dom gehalten. Ergänzt wurde der Festgottesdienst durch die Rede des Historikers und Karlspreisträgers Timothy Garton Ash, Oxford.


Die Predigt ist zu finden in der Mediathek des Berliner Doms.




10 Jahre Förderverein - 10 Jahre Museum Schönhausen


Mit einem angemessen stimmungsvollen Festakt hat am 8. November, dem 304. Geburtstag der Königin Elisabeth Christine, der Förderverein zusammen mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten das 10-jährige Bestehen des Schlossmuseums und des Vereins feierlich begangen. Als Gäste durften wir u.a. Herrn Prof. Christoph-Martin Vogtherr begrüßen, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, sowie Herrn Sören Benn, Bezirksbürgermeister von Pankow. Neben dem Rückblick auf bisher Geleistetes, boten sich an diesem Abend auch viele schöne Ausblicke auf die kommenden 10 Jahre.

Den musikalischen Rahmen bildeten die furiosen Auftritte junger Virtuosen des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach. Mirella Ziegler spielte von Johann Sebastian Bach den 2. Satz aus der 2. Sonate für Violine solo in a-Moll sowie von Eugène Ysaÿe die 3. Solo-Sonate Ballade. Viola Möller und Sion Lee spielten von Peteris Vasks die 3 Sommertänze für Violine.







DER MODE LETZTER SCHREI

Im Schloss Schönhausen werden wieder chinesische Papiertapeten zu sehen sein

 

Chinesische Papiertapeten waren in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Mode letzter Schrei für die Adligen Europas. Auch in Frankreich, England und im preußischen Berlin wurden sie hergestellt, aber die Tapeten aus dem chinesischen Kanton waren besonders begehrt, so auch bei der preußischen Königin Elisabeth Christine (1715-1797). Nachdem ihr Gatte Friedrich II. im Jahre 1786 gestorben war, zeigte sich sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. großzügig gegenüber seiner Tante und gewährte ihr das Geld, um die sündhaft teuren Tapeten anfertigen zu lassen.

 

In Kanton existierte schon eine Art Serienproduktion für diese Tapeten: Sie wurden vorgefertigt, von Hand koloriert und dann mit gedruckten Medaillons – auch Rapporten genannt – beklebt. Die Fachleute der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gehen davon aus, dass die Königswitwe über ein Dutzend Räume ihres Schlosses in Schönhausen mit Papiertapeten ausschmücken ließ. Dem Inventarverzeichnis, das nach dem Tode von Elisabeth Christine erstellt wurde, ist zu entnehmen, dass sich im Schloss 12 europäische und zwei chinesische Papiertapeten befanden.

 

Von diesem kunsthistorisch wertvollen Schatz in Schloss Schönhausen ist leider nur wenig erhalten. Ende der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die Fragmente von den Wänden genommen worden. Die größte Bahn (220 cm x 176 cm) erhielt das damals neu gegründete Tapetenmuseum in Kassel.* Kleinere Stücke der chinesischen Print-Room-Tapeten, wie sie heute bezeichnet werden, wurden in Berlin eingelagert. Das Konvolut erinnert in seiner Kleinteiligkeit an ein Puzzle. Zum Teil sind nur noch einzelne Schnipsel vorhanden.


Was soll damit geschehen, fragten sich die Expertinnen und Experten der Stiftung? Im Schloss Charlottenburg in Berlin und im Neuen Palais von Potsdam sind Räume mit Papiertapeten aus China zu bewundern. Ungewöhnlich ist jedoch, dass ein kleines Landschloss wie das in Schönhausen solche extravaganten Papiertapeten besaß. Sie entschieden, die im eigenen Besitz befindlichen Tapetenfragmente zu restaurieren. Möglich macht das die Erbschaft von Frau Möglin an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, aus der nun ca. 200.000 Euro für diese Arbeit zur Verfügung stehen.

 

Seit November 2018 sind jetzt also fünf Restauratorinnen und Restauratoren bei der Arbeit, um aus den hunderten von Klein- und Kleinstteilen wieder eine historische Tapete entstehen zu lassen. Die Papierstücke werden gereinigt, verstärkt, gesichert. Dazu ist es auch höchste Zeit, da die kupfergrüne Farbe, die vor über 200 Jahren zur Bemalung benutzt worden war, das Papier langsam zerfrisst. Noch vorhandene Hintergrundbahnen werden nachgemalt. Welche künstlerischen Fertigkeiten dafür notwendig sind, ahnt auch der Laie. Restauratorinnen und Restauratoren haben sich darüber hinaus eine besonders schwierige Aufgabe gestellt: Die ergänzten und neuen Malereien sollen sich von den Originalen abheben, ohne dabei das Gesamtbild des Kunstwerkes zu stören. Sinologen haben sich bereits mit den chinesischen Inschriften auf den Medaillons beschäftigt. Sie beschreiben nicht, wie man vermuten könnte, Alltagsszenen der dargestellten Familien, sondern geben Malanweisungen für die Produktion. Viele Überlegungen braucht es auch, bis die Entscheidung getroffen werden kann, wie die Tapeten auf der Wand fixiert werden sollen. Diese Entscheidung ist jetzt gefallen: Erst wird Jutestoff auf Rahmen gespannt. Es folgen fünf Lagen Papier, die letzte wird Japanpapier sein. Dann kann gemalt werden. Alle diese Arbeitsschritte sollen Ende 2019 abgeschlossen sein.

 

Bei solchen Restaurierungen gibt es immer wieder kleine und große Überraschungen. Die Stiftung war sich bisher sicher, dass auf jeder Tapetenbahn zwei Medaillons angebracht waren; sie sind tatsächlich auf einem Foto aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu sehen. Eigentlich wurde damals ein Spiegel fotografiert, in dem sich jedoch die Tapete spiegelte. Ähnlich ist es mit einem anderen historischen Foto, das eine Tür zeigt, aber dabei auch die Ränder der Tapeten festgehalten hat. Gemeinsam mit der Tapetenbahn in Kassel gibt es genau drei fotografische Quellen, auf die sich die Experten beziehen können. Aber alle Quellen zeigen nur Ausschnitte. Vielleicht waren es auch drei Medaillons? Oder gar vier? Erst Anfang 2019 entdeckte eine Mitarbeiterin der Stiftung im Wohnraum von Stoneleigh Abbey im englischen Warwickshire eine wunderbar erhaltene chinesische Print-Room-Tapete, die der aus Schloss Schönhausen sehr ähnlich ist. Und diese hat – Sie erraten es – vier Medaillons.


 Almuth Hartwig-Tiedt, Juni 2019

Förderverein Schloss & Garten Schönhausen e.V.

 

* Das Tapetenmuseum in Kassel ist seit 2008 geschlossen, soll jedoch 2023 in einem Neubau wiedereröffnet werden.




KUNSTBLATT SCHÖNHAUSEN 2019

  

Der Sieger unseres Wettbewerbs steht fest! Gewonnen hat der Entwurf des kubanischen Künstlers Ulises Urra. Die limitierte und handsignierte Druckserie zeigt das Innere des Festsaals im Schloss Schönhausen. Die Bilder übersetzen die Leichtigkeit und Heiterkeit des Rokoko spielerisch in eine moderne Bildsprache.

 

 

 

 

Auf dem Kunstfest Pankow am 15./16. Juni 2919 konnten schon einige Blätter aus dieser Serie von kunstbegeisterten Besuchern gegen eine Spende von 65 Euro an den Förderverein erworben werden.Die Spenden kommen dem geplanten Nachguss der Bronzeskulptur des Bildhauers Fritz Huf zugute (s. FÖRDERPROJEKTE).


Nach Abschluss seines Studiums an der Nationalen Kunsthochschule (ENAP) in Havanna, beschäftigte Ulises Urra sich an der Universität Brüssel mit der Theorie der Collage und war HIAP-Gastkünstler in Helsinki. Archivierung, theoretische Recherche und künstlerisches Schaffen sind für ihn Disziplinen, die es immer wieder neu miteinander in Beziehung zu setzen gilt. Seine Arbeiten wurden in Kuba, Belgien, Finnland, Portugal, der Schweiz, Deutschland und den USA ausgestellt. Ulises Urra lebt und arbeitet in Berlin.


Der Wettbewerb ist eine Kooperation des Fördervereins Schloss & Garten Schönhausen e.V. mit dem Projekt „Projektraum. Mehrwert. Kunst. Künstler gehen in Unternehmen“ und der Schule für Bildende Kunst und Gestaltung Berlin.


Es sind aber auch noch einige Blätter aus früheren Jahrgängen zu haben. Bitte wenden Sie sich dazu an die Kontaktadresse des Fördervereins.

 

 

 

 

 

Königin E.C. mit Gold, von Arinda Craciun. Mindesthöhe der Spende 70 Euro


Königin Elisabeth Christine, von Diana Kindler. Mindesthöhe der Spende 30 Euro


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Die Objekte aus dem Inventar des Schlosses Dohna-Schlobitten werden unser Schloss Schönhausen verlassen!

LAUSITZER RUNDSCHAU, 06.04.2018

Adels-Schätze endlich wieder vereint

Berlin/Doberlug.  Mit der Sammlung Dohna-Schlobitten bekommt das Schloss Doberlug einen wahren Schatz. Ab 2020 soll sie die Basis einer neuen Dauerausstellung sein. Doch was ist das für eine Sammlung und wo kommt sie her? Wir haben nachgefragt. Von Bodo Baumert


Von einem „Glücksfall“ für Doberlug spricht Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD), von einer „einzigartige Sammlung“ Hartmut Dorgerloh, der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Bei so vielen Vorschusslorbeeren sind die Erwartungen an das, was ab 2020 in Doberlug-Kirchhain präsentiert werden soll, groß.

Um zu verstehen, was dahintersteckt, muss man drei Dinge kennen: die Geschichte der Familie, die Geschichte der Sammlung und schließlich die Sammlung selbst.

Beginnen wir mit Geschichte der Familie. Im alten Preußen gehörte das Adelsgeschlecht Dohna-Schlobitten zu den führenden Familien. Von der Gründung der preußischen Landwehr bis Stalingrad und zum Hitlerattentat vom 20.Juli lassen sich die Spuren der zumeist im Militär tätigen Schlobitter verfolgen.

Seinen Ursprung hat das Adelsgeschlecht allerdings in Sachsen. 1127 werden die Dohnas erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1144 besitzen sie die Burggrafschaft Dohna, die allerdings 1402 an die Burggrafen von Meißen verlorengeht. Ein Teil der Adelsfamilie übersiedelt in die Schweiz, ein anderer ins heutige Polen, wo die Ländereien des ehemaligen Deutschen Ordens schrittweise in ein weltliches Herzogtum verwandelt wurden. Peter Burggraf zu Dohna spielt dabei eine wichtige Rolle und wird dafür mit der Herrschaft Schlobitten belohnt, die bis 1945 zum Stammsitz des Adelsgeschlechtes werden soll.


In der Adelsgesellschaft Preußens nahmen die Schlobitten bald eine wichtige Position ein. „Nicht Reichtum und Geld entschieden in der hierarchisch strukturierten Adelsgesellschaft über den Platz des Einzelnen, sondern das Alter seines Geschlechts, seine Nähe zum Herrscher und sein Amt“, erläutert Claudia Meckel, Sammlungskustodin bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. „Die genealogischen Beziehungen mit den regierenden Häusern verhalfen den Dohnas zu ihrer herausragenden Stellung unter den Adelsgeschlechtern. Als eine von sechs Familien gehörten die Dohnas dem Herrenstand, der Spitzengruppe des Adels an.“

So war etwa Alexander Burggraf zu Dohna (1661 bis 1728) als Feldmarschall im Dienste Friedrichs I. tätig und als Erzieher des Kurprinzen Friedrich Wilhelm. Er baute auch das Schlobitter Schloss zu einem Herrschaftssitz aus, der sich sehen lassen konnte. Preußens Könige sollten hier, wenn sie auf Reisen waren, Station machen. Deshalb wurde gezielt auf Stil und Einrichtung gesetzt, die dem Herrscherhaus aus Berlin vertraut war.

Zu seinen Prachtzeiten umfasste das Schloss Schlobitten 70 Räume, darunter ein eigenes Appartement für Aufenthalte des Königs, mit einem Chinesischen Kabinett. Dieses wurde in vergangenen Jahren auf Grundlage alter Bilder und Beschreibungen digital rekonstruiert.

    

Die Familie war aber nicht nur im Dienste Preußens tätig. „Viele Dohnas waren Offiziere und Diplomaten in europäischen Ländern. Die Dienste in andern Ländern verhinderten die Ausbreitung nationaler Vorurteile und die Verengung des politischen Horizonts“, erläutert Claudia Meckel. Auch diese Dimension lässt ich in den erhaltenen Stücken der Sammlung entdecken.

Am 1. Januar 1900 wurden die Dohnas mit dem Fürstentitel ausgezeichnet und noch weiter in der Adelshierarchie erhoben. Auch im Deutschen Reich spielte die Familie im Militär weiter eine Rolle. Heinrich Burggraf zu Dohna gehörte zu den gescheiterten Hitlerattentätern des 20. Juli. Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten war einer der letzten Deutschen, der aus dem Kessel von Stalingrad ausgeflogen wurde.

Der Fürst war es dann auch, der das rasche Ende des Krieges kommen sah und begann, Familie, Bedienstete und Besitz aus Ostpreußen zu evakuieren – unter großem Risiko. „Da die Nationalsozialisten Fluchtvorbereitungen unter Todesstrafe gestellt hatten, musste alles im Geheimen ablaufen“, erinnert sich Friedrich Graf zu Dohna-Schlobitten in einem Aufsatz über die Geschichte des Familien-Inventars. Unter Führung des Fürsten machte sich die Gruppe mit 330 Personen, 140 Pferden und 38 Wagen im Januar 1945 auf den Weg nach Westen. 1500 Kilometer sollten sie auf Irrwegen zurücklegen, ehe sie sicher in Norddeutschland anlangten.

Das Inventar des Schlosses war bereits zuvor in Zügen und Wagen gen Westen in Sicherheit gebracht, verteilt auf mehrere Schlösser befreundeter Adliger und Verwandter, darunter auch Muskau an der Neiße. „Von den fünf Depots überstand nur das Inventar im Schloss Laubach in Hessen den Zweiten Weltkrieg und die Wirren der Nachkriegszeit unbeschadet“, berichtet Expertin Claudia Meckel. „Schloss Schlobitten wurde noch im Januar 1945 geplündert und im März des gleichen Jahres angezündet.“ heute existiert nur noch eine Ruine.

    

Dass der letzte Fürst von Schlobitten solche Mühen darauf verwendete, die Familienerbstücke in Sicherheit zu bringen, lässt sich mit der besonderen Geschichte der Sammlung erklären. „Eine entscheidende Grundlage für Aufbau und Erhalt der Sammlung war das ‚Ewige Testament‘, die 1621 beschlossene Dohnasche Familienverfassung“, erläutert Claudia Meckel. Diese regelte religiöse und soziale Aspekte wie das Streben nach möglichst umfassender Bildung für die Jugend, traf aber auch Vorkehrungen für die Erbrechte. „Die im Wesentlichen durch Erbstücke, Mitgiften und Geschenke entstandene Sammlung wurde als Vermächtnis an die nachfolgenden Generationen weitergereicht“, so Claudia Meckel. Dieser „Fideikomiss“ hatte auch für das Inventar Geltung. So wurde von Generation zu Generation ein Schatz angehäuft.

Auch Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten fühlte sich dem verpflichtet, als er ab 1943 die Evakuierung vorantrieb. Zwar gingen dann durch die Wirrungen des Krieges zwei Drittel der Sammlung verloren. Der Fürst kämpfte aber bis ins hohe Alter, verschwundene Teile, die etwa in der DDR beschlagnahmt wurden, wieder mit dem Rest der Sammlung zusammenzuführen.

Dies mündete schließlich im Angebot an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die bereits 1978 Teile der Sammlung aufgekauft hatte. „Der Wunsch des Fürsten Alexander zu Dohna, das gerettete Kunstinventar des Schlobitter Schlosses als geschlossenen Komplex auszustellen, hat ihn bewogen, auch die bis zur Wiedervereinigung in den Depots verschiedener DDR-Museen bewahrten und ihm zurückgegebenen Inventarstücke den Preußischen Schlössern und Gärten zum Kauf anzubieten“, erklärt Kustodin Claudia Meckel. 1992 und 1999 gelang so die Zusammenführung der Sammlung, die allerdings nur in Teilen im Schloss Charlottenburg und später im Schloss Schönhausen in Berlin gezeigt werden konnte. „Der größere Teil ist noch deponiert“, berichtet Claudia Meckel.


Die Sammlung in ihrem vollen Gänze soll sich in Zukunft im Schloss Doberlug den Besuchern zeigen. Es handelt sich um über 1000 Einzelstücke, darunter 72 Gemälde, 35 Möbelstücke, über 200 Porzellane und Fayencen, 48 Gläser, über 600 Objekte aus edlen und unedlen Metallen, 250 kunsthandwerkliche Einzelgegenstände verschiedener Materialien und mehr als 500 Textilien. Einige Bilder der Sammlungen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Zu den bedeutendsten Stücken der Sammlung gehört das Toiletteservice der Burggräfin Amalie Luise zu Dohna-Schlobitten, welches  1710 im Zusammenhang mit der Neueinrichtung des Schlobitter Barockschlosses anfertigt wurde. Das Service ist heute mit 21 Einzelteilen das einzige in solcher Vollständigkeit erhaltene Berliner Toiletteservice aus der Zeit der ersten preußischen Könige. „Des Weiteren wären zu nennen der Augsburger Kabinettschrank, Potsdamer Gläser, auch Gemälde, wie das vom Berliner Hofmaler Antoine Pesne gemalte Porträt Friedrich Wilhelms I.“, zählt die Kustodin auf. Insgesamt umfasst die Sammlung Einen Zeitraum von fünf  Jahrhunderten, vom späten 16. bis ins 20. Jahrhundert. Zu den ältesten Stücken gehört ein Inkunabel der Musikgeschichte aus dem Jahr 1592 sowie Altarkelch mit dem Dohna-Wappen und der Jahreszahl 1602. „Dieses gerettete Inventar vermag trotz der Verluste noch immer ein nahezu vollständiges Bild vom Leben und Wirken einer Folge von Generationen einer der politisch einflussreichsten Adelsfamilien vom späten 16. bis ins 20. Jahrhundert zu geben“, erklärt Claudia Meckel. Für Schloss Doberlug biete sich damit die Chance, „eine beispielgebende Darstellung der kulturgeschichtlichen Dimensionen adeligen Lebens im europäischen Kontext“ zu zeichnen. Ein wahrer Schatz.






Besuch im Depot der Nationalgalerie

Am 18. Oktober fand sich eine kleine Gruppe von Vereinsmitgliedern am Depot der Nationalgalerie in Hohenschönhausen ein, um die orginale Bronzeplastik des Schweizer Bildhauers Fritz Huf anzusehen. Entstanden ist sie 1923 in seinem Atelier in Berlin-Grunewald. Ein Nachguss soll bald wieder neben dem Schloss stehen, wo das Original 40 Jahre lang gestanden hat - unser neues Förderprojekt! Mehr dazu HIER.





WELT, 24.03.2017

Schloss Schönhausen präsentiert 300 Jahre alte Wandteppiche


Berlin - Das Berliner Schloss Schönhausen ist um eine Attraktion reicher. Am Freitag hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten zwei großformatige 300 Jahre alte Wandteppiche in der ehemaligen Sommerresidenz der preußischen Königin Elisabeth Christine präsentiert. Die Tapisserien wurden 1713 im flämischen Oudenaadre für die Königswohnung im ostpreußischen Schlobitten in Auftrag gegeben. Der Förderverein Schloss und Gärten Schönhausen hatte mehr als 5000 Euro für die Restaurierung gesammelt und so die Ausstellung der antiken Kunstwerke ermöglicht.




BERLINER ABENDBLATT, 20.03.2017

Senat setzt Schönhausen auf die Förderliste


Die hässlichste Ecke am Schloss Schönhausen soll endlich weg. 5,3 Millionen Euro Fördergeld verspricht ein Senatsbeschluss für den Umbau des denkmalgeschützten, aus den 1950er Jahren stammenden Garagenkomplexes am Nordtor des Areals. Diese Fläche gehört dem Land Berlin. Um dort den seit langem geplanten Besucherempfang mit Ticketverkauf, Café, Toiletten und Shop entstehen zu lassen, sollen Bundesmittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) fließen. In Presseberichten hieß es bereits, die Mittel seien bewilligt. Doch die Kulturverwaltung des Senats rudert etwas zurück. „Wir haben den Antrag auf Grundlage des Konzepts aus dem Jahr 2006 erst gestellt“, erläutert Sprecher Lars Bahners. Die zuständige Senatsverwaltung für Wirtschaft prüfe noch. Doch alle seien optimistisch, dass die Bauarbeiten 2018 beginnen und zwei Jahre später fertig sein können.

Für den künftigen Nutzer, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Berlin Brandenburg (SPSG), sagt Sprecher Frank Kallensee: „Wir freuen uns, dass nun endlich die Voraussetzungen geschaffen werden, diesen Ort wieder für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen.“ Im Schloss selbst seien die Verhältnisse sehr beengt, deshalb gab es seit langem den Wunsch, das 1.200 Quadratmeter große Garagenareal zu nutzen. Auch eine frühere Tankstelle an der nördlichen Grundstückgrenze des Schlosses scheint kein Hindernis. Ein Altlastengutachten fiel laut Kallensee besser aus als befürchtet. „Die Sanierung ist also machbar“, sagte er. Laut dem künftigen Bauherren, der Kulturverwaltung, bleibt das zehn Jahre alte Konzept aktuell, nur Details würden in der nun folgenden Bauplanung noch geklärt. Neben dem Empfangszentrum sind etwa eine Reviergärtnerei sowie Lager- und Abstellräume zum Vermieten geplant. Seit vorigem Jahr bewirtet Ann-Cathrin Rosenthal mit ihrem mobilen Freiluftcafé „Sommerlust“ am Westtor die Gäste. In der warmen Jahreshälfte laufen die Geschäfte. Ob sie mit ins Ganzjahresdomizil am Nordtor zieht, ist noch offen.


Michael Hielscher




Empfang zum 301. Geburtstag der Königin


Wie jedes Jahr trafen sich am Abend des 8. November Mitglieder des Fördervereins und einige Gäste im Schloss Schönhausen zu einer besinnlichen Feierstunde zu Ehren der preußischen Königin Elisabeth Christine. Über mehr als 50 Jahre hinweg hat sie hier ihre Sommer verbracht. Hier fand sich der Hof zur Cour ein, hier wurden Empfänge und Konzerte gegeben. Nach Schönhausen lud Elisabeth Christine ihre Familie sowie Dichter und Gelehrte. Hier widmete sie sich ihren privaten Studien und fand im Garten jene Ruhe, die sie im Berliner Schloss meistens vergeblich suchte.


Nach einigen Worten der Begrüßung durch den Vorstand hatten die Anwesenden bei einer kurzen Lesung Gelegenheit, etwas zur Historie des sogenannten Beau Sancy zu erfahren, eines der größten Diamanten der Welt, Kronjuwel der Hohenzollerndynastie, Amulett der Hohenzollernbräute. Das Original befindet sich seit 2012 in unbekanntem Privatbesitz. Eine Replik aus geschliffenem Bergkristall erinnert an den legendären Stein.



 

 

BERLINER WOCHE zum 08.11.2015 

Festakt zum 300. Geburtstag der Königin Elisabeth Christine

 

Niederschönhausen. Elisabeth Christine verbrachte einen großen Teil ihres Lebens auf Schloss Schönhausen. Ihr 300. Geburtstag war deshalb für den Förderverein Schloss und Garten Schönhausen Anlass, die Königin zu ehren.Im Festsaal des Schlosses fand ein gemeinsamer Festakt des Fördervereins und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) mit vielen geladenen Gästen statt, darunter Pankows Bürgermeister Matthias Köhne (SPD). Dr. Alfred Hagemann beschrieb in seinem Festvortrag die Königin von Preußen als volksverbundene und bis ins hohe Alter aktive Monarchin. Vieles im Schloss erinnere noch heute an ihr gestalterisches Wirken, wie die Papiertapeten in einigen Räumen zum Beispiel.
Vor dem Festakt im Schloss hatte der Vorstand des Fördervereins Schloss und Garten Schönhausen in der Gruft des Berliner Domes einen Kranz niedergelegt. In der Hohenzollerngruft befand sich bis 1944 der Sarg Elisabeth Christines. Er verbrannte infolge eines Fliegerangriffs. Heute erinnert dort eine Stele an ihr Wirken.
Während des Festaktes im Schloss Schönhausen hob Uwe Katzer hervor, dass die Anziehungskraft von Schloss Schönhausen auch durch das aktuelle Jubiläum der Königin weiter zugenommen habe. Schloss und Garten würden zunehmend als Ort preußischer und deutscher Geschichte wahrgenommen. Dafür dankte der Generaldirektor der Stiftung Professor Hartmut Dorgerloh auch den engagierten Mitgliedern aller Vereine, die sich um Schloss und Garten sowie um das Wachhalten der Erinnerung an die Geschichte des Schlosses kümmern.

Bernd Wähner 


 

RBB-ONLINE, 25.03.2015 

Moderator des Runden Tisches in der DDR gestorben

 

Es war der erste große politische Erfolg der Bürgerbewegung in der DDR: Die Einrichtung eines runden Tisches, an dem die SED-Führung erstmals auf Augenhöhe mit der Opposition verhandelte. Der frühere Brandenburger Oberkirchenrat Martin Ziegler war einer der Moderatoren der Gespräche. Nun ist er in Schildow gestorben.

Einer der Moderatoren des zentralen Runden Tisches in der DDR ist tot. Der evangelische Theologe Martin Ziegler starb am Samstag im Alter von 83 Jahren in seinem Heimatort Schildow nördlich von Berlin.

Er soll am 13. April in Schildow beigesetzt werden, wie Pfarrer Bernhard Hasse von der Evangelischen Kirchengemeinde Mühlenbeck am Mittwoch sagte. Ziegler hatte den Runden Tisch von Dezember 1989 bis März 1990 im Berliner Bonhoefferhaus zusammen mit einem katholischen Geistlichen und einem Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche moderiert.

Der Runde Tisch trat am 7. Dezember 1989 zum ersten Mal zusammen. In dem Gremium sprach die SED-Führung erstmals mit der Opposition auf Augenhöhe. Die Gespräche beeinflussten stark die Politik der Regierung Modrow bis zur Volkskammerwahl am 18. März 1990.

Arbeitsgruppen des Runden Tisches erarbeiteten unter anderem einen Entwurf für eine neue Verfassung und verhandelten die Auflösung der Staatssicherheit beziehungsweise ihre Umwandlung in das Amt für Nationale Sicherheit.
Ziegler wurde 1931 in Berlin geboren. Er studierte Theologie an der Humboldt-Universität, anschließend arbeitete er als Pfarrer in der Gegend um Merseburg in Sachsen-Anhalt, wo er von 1968 bis 1974 auch Superintendent war. Danach wurde Ziegler zum Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg berufen, das er von 1975 bis 1983 leitete.

Im Jahr 1983 erhielt er den Titel Oberkirchenrat. Bis 1991 war er als Leiter des Sekretariats des DDR-Kirchenbundes Nachfolger von Manfred Stolpe, der 1990 zum brandenburgischen Ministerpräsidenten gewählt wurde. Seinen Dienst als Direktor der Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau nahm Martin Ziegler 1991 auf und führte ihn bis zu seinem Ruhestand 1994 fort.

 

 

 

Nicht mehr ganz aktuell, aber dafür ein Gruß aus der Vorgeschichte des Schlossgartens:

 

DAS INLAND, 08.07.1829

"Preußen. Berlin. Wie man im Schooße des Kreuzbergs bey Berlin unlängst die kolossalen Gebeine eines Mammuths gefunden hat, so ist ganz neuerlich im Schloßgarten zu Schönhausen, bey Grabung eines Bassins, das Geweih eines Elends zum Vorschein gekommen."

 

Ein "Elend" ist übrigens ein Elch. Im Jahr 1829 begann der berühmte Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné mit der Umgestaltung des verwilderten Schlossgartens zum Landschaftspark. Teil dieser Umgestaltung war die seenartige Verbreiterung der Panke. Im Rahmen dieser Aushubarbeiten dürften die Elchschaufeln zutage gefördert worden sein. 


 

 

 

 

 

 

Der Sieger unseres Kunst-wettbewerbs 2019 Ulises Urra, mehr dazu s.u.

 

 

 

 

 

 

 


 

 






















 

 

 

Weit gereist: Die Tasche des Fördervereins auf einer kleinen griechischen Insel.

 

 

Aus dem Animationsfilm in der Hohenzollerngruft, Berliner Dom

 

 

 

 

 

 

 






 

 

 

 

Königin Elisabeth Christine (Arinda Craciun. Mindesthöhe der Spende 50 Euro)